Erweiterungen & Automatisierungen
Sie wohnen im Bestandsbau und wollen Ihr Zuhause Schritt für Schritt in ein Smart Home verwandeln? Eine persönliche Beratung in Ihrer Region oder, In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen, wie eine Nachrüstung realistisch abläuft — von der Bestandsaufnahme über die sternförmige Verkabelung bis zur Inbetriebnahme. Mit konkreten Beispielen aus unserer Praxis in der Region Stuttgart, Ludwigsburg und Remseck.
Unser Ansatz: Wir setzen konsequent auf sternförmige Verkabelung mit Home Assistant als zentraler Steuerung. Funk-Komponenten (Shelly, Zigbee) setzen wir nur dort ein, wo eine nachträgliche Verdrahtung nicht möglich oder zu aufwändig ist — etwa wenn bei der Renovierung ein Stromkreis vergessen wurde. Diese Linie hat sich in 10+ Jahren als robust, zukunftssicher und wirtschaftlich erwiesen.
Bestandsbau-Typen: Welche Lösung passt?
Nicht jeder Bestandsbau ist gleich. Die Frage ist: lässt sich eine sternförmige Verkabelung realisieren, oder sind die Wände schon so weit geschlossen, dass nur noch Funk bleibt?
Einfamilienhaus mit geplanter Renovierung
Der Idealfall: Wenn Sie ohnehin die Wände aufmachen, neue Böden, neue Elektrik — dann lohnt sich die sternförmige Verkabelung in jedem Fall. Wir nutzen die offene Bauphase, um von jedem Lichtpunkt, jeder Steckdose und jedem Taster eine eigene Leitung zum zentralen Schaltschrank zu legen. Die Verkabelung lässt sich im Rahmen der offenen Bauphase mit überschaubarem Aufwand realisieren — und bildet die Grundlage für 20 Jahre Erweiterbarkeit.
Einfamilienhaus ohne Renovierung
Auch ohne vollständige Renovierung lässt sich viel erreichen. Wir prüfen vor Ort, welche Stromkreise zugänglich sind, und ergänzen sternförmig nur dort, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist. Den Rest lösen wir mit Shelly-Aktoren (Funk + Relais im Sicherungskasten oder Unterputz) — die in den meisten Fällen genauso zuverlässig funktionieren wie eine vollständige Neuverkabelung.
Eigentumswohnung (ETW)
Auch bei Eigentumswohnungen setzen wir auf sternförmige Verkabelung — soweit sie im Rahmen der bestehenden Stromkreise und Schächte realisierbar ist. Vom Sicherungskasten zu den Schaltern und Lichtpunkten verlegen wir eigene Leitungen, im Schaltschrank sitzen die Aktoren. Wo eine Verdrahtung nicht möglich ist (z. B. wenn Wände nicht aufgestemmt werden dürfen oder die Bauphase schon abgeschlossen ist), kommen Shelly-Aktoren als Ausnahme zum Einsatz. Die Installation erfolgt typischerweise in 1–2 Tagen.
Mietwohnung
Als Mieter sind Sie auf rückbaubare Lösungen angewiesen. Hier funktionieren smarte Steckdosen, smarte Lampen (z. B. Philips Hue, IKEA TRADFRI) und Shelly-Aktoren (die in der Unterputzdose verschwinden und beim Auszug mitgenommen werden) plus Home Assistant als zentrale Steuerung. Sternförmige Verkabelung ist hier nicht möglich — Funk ist die richtige Wahl.
Sternverkabelung: Was das ist und warum wir sie immer empfehlen
Bei der Sternverkabelung geht von jeder Steckdose, jedem Lichtpunkt, jedem Schalter eine eigene Leitung zum zentralen Sicherungskasten. Im Schaltschrank sitzen dann Aktoren (Relais, Dimmer, Rollladen-Module), die per Home Assistant angesprochen werden. Das ist das gleiche Prinzip wie bei einer professionellen Elektroinstallation — nur mit smarter Steuerung statt klassischer Verdrahtung.
Warum Sternverkabelung?
- Zuverlässigkeit: Keine Funkschatten, keine Interferenzen, keine Batterien, die leer werden. Jede Verbindung ist physisch.
- Lokale Steuerung: Funktioniert auch bei Internet-Ausfall, ohne Cloud, ohne Abhängigkeit von einem Hersteller.
- Zukunftssicher: Die Verkabelung hält 30+ Jahre. Wenn Komponenten altern, werden sie einfach im Schaltschrank getauscht — die Leitungen bleiben.
- Wartungsarm: Kein Batteriewechsel, keine Firmware-Updates pro Komponente, sondern zentral im Home Assistant.
- Skalierbar: Heute das Wohnzimmer smart machen, morgen das Schlafzimmer — einfach weitere Aktoren im Schaltschrank ergänzen.
Im Vergleich zu einer vollständigen KNX-Installation sparen Sie bei der Sternverkabelung erheblich — bei vergleichbarer Zuverlässigkeit und Zukunftssicherheit. KNX lohnt sich nur, wenn Sie ein Hochpreissegment bauen und einen zertifizierten KNX-Integrator vor Ort haben, der auch in 15 Jahren noch verfügbar ist. KNX lohnt sich nur, wenn Sie ein Hochpreissegment bauen und einen zertifizierten KNX-Integrator vor Ort haben, der auch in 15 Jahren noch verfügbar ist.
Funk-Komponenten: nur als Ausnahme
Funk-Komponenten sind nicht schlecht — sie sind nur nicht unser Standard. Wir setzen sie gezielt ein, wenn eine Verdrahtung zu aufwändig oder unmöglich ist. Typische Fälle:
- Vergessene Steckdose: Sie haben eine schöne neue Verkabelung, aber in einer Ecke fehlt eine Steckdose. Statt die Wand aufzustemmen, setzen wir einen Shelly-Aktor (Funk + 16A-Relais, Unterputz) ein, der per Home Assistant angesteuert wird.
- Steckdose ohne Stromkreis-Zugang: In manchen Altbauten ist der Sicherungskasten voll. Hier hilft ein Shelly-Adapter zwischen Steckdose und Verbraucher.
- Mobile Geräte: Stehlampen, Heizlüfter, Ventilatoren — alles, was nicht fest installiert ist. Smarte Steckdosen (Shelly Plug, Nous A1T) sind die richtige Wahl.
- Temperatursensoren: Für Heizungssteuerung setzen wir oft auf Zigbee-Temperatursensoren (Aqara, Sonoff SNZB-02) — sie laufen 1–2 Jahre mit Batterie und lassen sich überall platzieren.
Wir verwenden ausschließlich Komponenten, die sich mit Home Assistant verbinden lassen — keine Cloud-Pflicht-Sensoren, keine herstellergebundenen Apps. Die wichtigsten Marken, mit denen wir arbeiten: Shelly (WLAN-Aktoren), Aqara / Sonoff (Zigbee), Philips Hue (Licht per Zigbee).
Schritt-für-Schritt: So läuft eine Nachrüstung ab
Schritt 1: Bedarfsanalyse (1–2 Stunden)
Wir kommen zu Ihnen, gehen durch jeden Raum und fragen: Was soll automatisiert werden? Licht? Beschattung? Heizung? Sicherheit? Wir prüfen den Sicherungskasten, die bestehende Verkabelung und die WLAN-Abdeckung. Ergebnis: ein schriftliches Konzept mit Systemempfehlung und Komponenten-Liste.
Schritt 2: Elektriker + Komponenten (1–3 Wochen)
Bei Bedarf koordinieren wir mit Ihrem Elektriker die sternförmige Verkabelung — wir liefern das Lastenheft, der Elektriker verlegt. Parallel bestellen wir die Komponenten: Home Assistant Green oder Mini-PC, Shelly-Aktoren, Sensoren, Taster. Lieferzeit: 3–7 Tage.
Schritt 3: Installation im Schaltschrank (1 Tag)
Wir installieren die Aktoren im Sicherungskasten, beschriften die Stromkreise, verkabeln Taster und Sensoren. Bei Mietwohnungen ohne Schaltschrank-Zugang arbeiten wir mit Shelly-Aktoren in den Unterputzdosen.
Schritt 4: Home Assistant einrichten (1 Tag)
Wir richten den Home-Assistant-Server ein, koppeln alle Geräte, erstellen die Dashboards und programmieren die ersten Automationen. Die Server-Hardware (Raspberry Pi 5, Home Assistant Green oder Mini-PC) läuft lokal in Ihrem Heimnetz.
Schritt 6: Feinschliff (1–4 Wochen)
In den ersten Wochen melden Sie uns, was noch nicht passt — eine Automation, die zu früh auslöst, ein Sensor, der zu empfindlich ist. Wir justieren kostenlos nach. Nach 4–6 Wochen ist das System eingeschwungen.
Häufige Fehler bei der Nachrüstung
- Sternverkabelung „überspringen“: Wer direkt zu Funk greift, ohne die Möglichkeit einer sternförmigen Verkabelung zu prüfen, verschenkt das größte Potenzial. Selbst bei scheinbar „fertigen“ Altbauten ist oft mehr möglich, als man denkt.
- Billig-Komponenten von No-Name-Herstellern: Shelly, Aqara, Sonoff, Philips Hue — das ist unser Standard. Alles andere spart am falschen Ende.
- Cloud-Pflicht-Sensoren: Wenn ein Sensor nur mit Cloud funktioniert, ist er bei Internet-Ausfall tot. Wir empfehlen nur Komponenten, die lokal laufen.
- Schlechte WLAN-Abdeckung: Smart-Home-Komponenten brauchen ein stabiles WLAN. Investiere in 1–2 Access Points (z. B. Ubiquiti U6) — das spart später Frust.
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